1. Start-up und Unternehmensforum

Eine Region macht sich auf den Weg
Das Potenzial der Start-up Welt im ländlichen Raum

Am Donnerstag, 21. November, haben wir zum 1. Start-up und Unternehmensforum der Friedrich-Naumann Stiftung eingeladen. Rund 100 Gäste versammelten sich im alten Güterbahnhof in Meppen, um mehr über die Zusammenarbeit zwischen innovativen Start-ups und dem Mittelstand in ländlichen Regionen zu erfahren. Als Kooperationspartner konnte die Friedrich-Naumann-Stiftung neben CORNEXION auch die Wachstumsregion Ems-Achse e. V. und die Emsland GmbH gewinnen.

Das 1. Start-up und Unternehmensforum behandelte die Frage, ob Start-ups die Lösung für die Herausforderungen des Mittelstands sind. Neben den geplanten Vorträgen folgten die Gäste ebenso einer spannenden Podiumsdiskussion, an der auch Bundestagsmitglied Jens Beeck sowie Vertreter der Wirtschaftsförderung und der lokalen Start-up Szene teilnahmen.

Den Auftakt der Veranstaltung machte Andreas Bernaczek von CORNEXION mit einem Markteinblick über die Start-up Szene in Deutschland. Betrachtet wurde auch, ob Unternehmen überhaupt fit für die
Herausforderungen der Zukunft sind. Dabei hob er hervor, dass Unternehmer neue Wege gehen müssen, da die Digitalisierung und Industrie 4.0 Veränderungen vorhandener Denkmuster erfordern. Er verdeutlichte am Beispiel der 3D-Druck Technologie, wie Start-ups neuste Techniken geschickt nutzen, um Märkte zu revolutionieren und welche Chancen sich daraus in der Zusammenarbeit mit dem klassischen Mittelstand ergeben. Innovative Start-ups helfen dem Mittelstand dabei ihre eigenen Geschäftsmodelle völlig neu zu überdenken. Der Mittelstand ist daher gut beraten, sich verstärkt um dieses Thema zu kümmern und die Zusammenarbeit mit Start-ups weiter zu intensivieren. Dabei bietet der Mittelstand auch den Start-ups sehr viel, vor allem als Sparringspartner für Wachstumskapital, Vertriebsnetzwerke und der Unternehmensentwicklung.

Vom Referenten Dr. Lorenz Jellinghaus, Rechtsanwalt und Partner der LUTZ | ABEL Rechtsanwalts PartG mbB, erfuhren die Gäste rechtliche Aspekte zur Zusammenarbeit zwischen dem Mittelstand und Start-ups. Jellinghaus stellte neben möglichen Beteiligungen und anderen Investitionsformen auch verschiedenste Darlehensarten vor. Er empfahl Unternehmen sich rechtzeitig mit ihren Rechtsberatern zusammenzusetzen und bereits zu Beginn der Planung groß zu denken.

Nina von Kayser, Referentin beim Bundesamt für Wirtschaft, stellte das INVEST Förderprogramm vor. Sie betonte, dass der Staat Investoren in Start-ups 20 Prozent der Kapitalbeteiligung zurückerstattet. Ein einfacher und schneller Weg, Zuschüsse zu erhalten, da die Bearbeitungsdauer meistens innerhalb von 14 Tagen mit wenig Formularaufwand stattfindet. Auch bei einem Verkauf der Anteile können Steuervorteile genutzt werden.

Der letzte im Bunde war Paul-Maria Hülsmann, Gründer und Geschäftsführer der FINEXITY AG, der anhand seines Hamburger Start-ups zeigte, wie sich alte Märkte mit neuen Ideen schlagartig ändern können. Bei FINEXITY können Immobilien bzw. Immobilienanteile basierend auf der Blockchain Technologie verkauft oder gekauft werden und das frei von den üblichen Kosten, z. B. Ausgaben für Notare. Ohne also ganze Immobilien zu kaufen, kann so kurzerhand in Immobilien investiert werden.

Während der anschließenden Podiumsdiskussion wurde vor allem der Unterschied zwischen Großstädten und ländlichen Regionen beleuchtet. Auch ländliche Regionen bieten Start-ups verschiedenste Chancen, um dort Fuß zu fassen. Das Emsland unterstützt bereits seit mehr als 20 Jahren Gründer mit Beratung und Kontakten. Für die Zukunft sind noch Ziele, wie die Förderung des Unternehmertums schon in jungen Jahren und auch der Abbau der Bürokratie, die für Gründungen häufig ein Hindernis ist, zu verfolgen. Zusammenfassend können Start-ups für den ländlichen Raum eine große Chance sein, wenn der Mittelstand in vielerlei Hinsicht bereit ist, mit den innovativen Querdenkern zusammenzuarbeiten.

Nach Abschluss des offiziellen Teils erfolgte noch ein intensiver Austausch zwischen den Gästen untereinander und mit den Referenten.

Für die Zukunft werden wir hier in der Region ein neues regelmäßiges Format schaffen, um den Mittelstand besser mit Start-ups zu vernetzen. Das 2. Start-up und Unternehmensforum ist bereits für den 29. April 2020 geplant.

Andreas Bernaczek

Andreas Bernaczek
© Silvia Altmeppen

Seine Mission: Den Mittelstand mit innovativen Start-ups für Kooperationen, strategische Partnerschaften oder Beteiligungen zusammenzubringen.

Dr. Lorenz Jellinghaus

Dr. Lorenz Jellinghaus
© Lutz | Abel

ist Partner am Hamburger Standort der LUTZ | ABEL Rechtsanwalts PartG mbB. Er ist einer der führenden deutschen Anwälte im Bereich des Venture Capital.

Nina von Kayser

Nina von Kayser

Die Dipl.-Kauffrau Nina von Kayser ist Referentin im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und zuständig für das Förderprogramm INVEST Wagniskapital.

Paul-Maria Hülsmann

Paul-Maria Hülsmann

ist Gründer und CEO der FINEXITY AG, Deutschlands erster Blockchain-basierter Immobilien-Investitionsplattform für Privatanleger. Vor der Gründung der FINEXITY AG war er Co-Leiter eines globalen Inkubators bei einem der weltweit führenden Logistikkonzerne und betreute acht Start-ups auf zwei Kontinenten.

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