Don´t call it startup! Warum Start-up Gründer anders sind


Don´t call it startup! Ja bitte, hört endlich auf jede Gründung als Start-up zu bezeichnen!

Der hippe Begriff „Start-up“ verkommt zum Buzzword und wird leider auch noch viel zu oft falsch verwendet. So banal es klingen mag, verwenden selbst Entscheider auf politischer oder auf wirtschaftlicher Ebene den Begriff gewollt oder ungewollt oft in einem falschen Kontext.
Da wird für das Marketing oder die Presse ganz schnell aus einem normalen Gründerzentrum oder Co-Working Space ein hippes „Start-up Center“. Oder der erfolgreiche lokale Gründer im Einzelhandel wird der Presse als „erfolgreiches Start-up der Region“ verkauft. Daher ist für viele mittlerweile im Wording jede Unternehmensgründung ein „Start-up“. Egal ob der neue Handwerksbetrieb oder der neue Friseur um die Ecke. Das wird der Sache nicht gerecht. Gerade weil die richtige Förderung von Start-ups und Innovationen aus meiner Sicht zu den meist unterschätzten Themen – trotz angekündigten milliardenschweren Fonds der Bundesregierung - für die zukünftige Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland gehört.
Daher lasst uns einmal genau schauen, was eigentlich ein Start-up von einer klassischen Gründung unterscheidet.

Schauen wir doch mal in Wikipedia: „Ein Start-up-Unternehmen (von englisch to start up = „gründen, in Gang setzen“) ist eine Unternehmensgründung mit einer innovativen Geschäftsidee und hohem Wachstumspotenzial.“
Ok, das könnte theoretisch auf so manche klassische Gründung auch noch zutreffen. Daher geht mir diese Definition noch nicht weit genug. Bei guten und dann auch erfolgreichen Start-ups geht die Innovation so weit, dass damit altbekannte Strukturen aufgebrochen und durch Disruption (komplette Umstrukturierung bzw. Zerschlagung des bestehenden Geschäftsmodells) verändert werden. Start-ups werden in der Regel auch mit dem Ziel gegründet, schnell zu wachsen. Hierfür sind skalierbare und heute vor allem digitale Geschäftsmodelle notwendig und wichtig. Daher waren fast alle erfolgreichen Internetunternehmen wie Google, Facebook, Amazon, Twitter und YouTube ursprünglich Start-ups. Oft ist die Internationalisierung Teil des Geschäftsmodells und zumindest bereits mittelfristig ein festes Ziel.
  
Klassische Gründungen sind daher kein Start-up, da sie eine oder mehrere dieser Definitionen verletzen:
  • schnelles Wachstum ist nicht ihr Ziel
  • sie verwenden bewährte Geschäftsmodelle
  • sie bieten ein bekanntes Produkt an
  • sie machen nichts wirklich Neues
Und damit unterscheidet sich auch die Mentalität eines Start-up Gründers von der Mentalität eines klassischen Gründers: Der Start-up Gründer ist von Innovation getrieben und damit vom Wunsch geprägt, etwas völlig Neues zu erschaffen und Märkte neu zu denken und zu nutzen. Er sucht sich ein Problem, das im Optimalfall noch keiner gelöst hat und denkt Märkte neu mit neuen Ideen und Ansätzen, die für andere bisher unmöglich erschienen. Auch der spätere erfolgreiche Exit (Verkauf) steht beim Start-up Gründer mehr im Vordergrund als beim klassischen Gründer.
Aus diesen Gründen gefällt mir der Begriff Entrepreneurship für Start-up Gründer besser. Der Begriff wird oft mit Unternehmertum oder Unternehmergeist übersetzt. Im Gegensatz zum klassischen Manager ist laut Joseph Schumpeter, einem österreichischen Ökonomen, ein Entrepreneur jemand, der mit Mut, Risiko und innovativen Geschäftsideen Neues erschaffen und alte Strukturen verändern will.

That's it – have a nice day und gute „CORNEXIONS“!

Autor: Andreas Bernaczek

Autor: Andreas Bernaczek

Andreas Bernaczek ist CEO von CORNEXION. Seine Mission: Den Mittelstand mit innovativen Start-ups für Kooperationen, strategische Partnerschaften oder Beteiligungen zusammenzubringen.

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