Digitale Geschäftsmodelle - Wieso sie für die Zukunftsfähigkeit so wichtig sind

Das digitale Zeitalter verändert die Art, wie wir arbeiten. Auch kleine und mittlere Unternehmen müssen deshalb die Notwendigkeit für strategische Neuausrichtung für das digitale Zeitalter erkennen. Das stellt vor allem das eigene bisherige Geschäftsmodell in Frage. Neue Fragen werden gestellt. Von "Was erwarten meine Kunden in Zukunft?" über "Wie erreiche ich meine bisherigen und die neuen Kunden überhaupt?" bis hin zu "Wie kann ich das alles überhaupt technisch umsetzen?". Vor allem die erste Frage kann nur eine Gruppe beantworten: die Kunden.

Warum Unternehmen ein Geschäftsmodell 4.0 brauchen

In den letzten Jahren wurde der Einfluss der Kunden immer größer. Auf den Punkt gebracht: Früher wurde dem Kunden ein Produkt präsentiert und heute stellt der Kunde seinen Wunsch an den Hersteller. Dieser Paradigmenwechsel wurde durch die Digitalisierung herbeigeführt. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht abzusehen.
Dynamische, datengetriebene Unternehmen wie Google, facebook, Amazon, Uber oder Flixbus mischen den Markt auf und wildern seitdem in immer mehr Märkten und schöpfen die Kunden ab. Zum anderen entwickeln sich die Kunden durch den technischen Wandel zu gut vernetzten und informierten Akteuren. Das Smartphone garantiert ihnen einen immerwährenden Zugang zum Internet und damit zum weltweiten Angebot. Sie greifen auf Suchmaschinen und Vergleichsportalen als Informationsquellen zu und tauschen sich über soziale Netzwerke aus. Gleichzeitig verändern sie ihr Verhalten. Heute erwarten Käufer eine höhere Qualität. Sie bevorzugen individuelle Produkte, weil sie wissen, dass dies mit modernen Produktionsprozessen technisch leicht umsetzbar ist. Dafür sind sie auch bereit bis zu 25% mehr dafür zu bezahlen. Und ungeduldig werden die neuen Käufer. Sie wollen ihre Ware "sofort" in den Händen halten, weil sie durch die großen Versender es auch so gelernt haben. Sie stellen hohe Erwartungen, die auch nach dem Kauf erfüllt werden müssen. Der Kunde ist durch die Global Player gewöhnt, dass Rücknahmen großzügig gewährleistet werden.
Fazit: Das digitale Zeitalter verleiht dem König Kunde mehr Macht als er es je hatte und zwingt die Anbieter zu erheblich mehr Aufmerksamkeit. Wer in diesem Wettlauf um den Kunden die Nase vorn behalten will, sollte sich sehr auf das Thema Digitalisierung und Individualisierung von Geschäftsprozessen konzentrieren und sein Unternehmen danach ausrichten. Wer weiß denn, ob das bestehende Wirtschaftssystem in 10 Jahren noch so funktioniert wie jetzt? Das Smartphone gibt es erst seit 12 Jahren und hat unser gesamten Leben vollständig umgekrempelt.
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Autor: Jens Menke

Autor: Jens Menke

Jens Menke ist CMO von CORNEXION. "In Zukunft kann der Mittelstand nur bestehen, wenn er schneller wird. Start-ups sind die Sprinter in der Unternehmenswelt. Von ihnen kann man viel lernen. Mit ihnen kommt man schneller voran."

Aber wie sieht ein Geschäftsmodell der digitalen Zukunft aus?


Was ein digitales Geschäftsmodell ausmacht

Sachlich betrachtet ist ein Geschäftsmodell ein selbst organisiertes Regelwerk, das die Prozesse gewinnbringend ordnen soll. Es beantwortet folgende Fragen:

  • Was ist mein Angebot?
  • Wer ist mein Kunde?
  • Wie erreiche ich den Kunden?
  • Wie wird die Leistung erbracht?
  • Wie wird der Umsatz generiert?
Digitale Geschäftsmodelle müssen auch eine Antwort auf diese Fragen geben. Nur aus einer anderen
Perspektive. Nicht aus der Produktionssicht, sondern aus der Sicht des Kunden und dessen Probleme. Wie kann man in Zukunft das Leben des Kunden vereinfachen? Ob Kundenkommunikation oder Produktentwicklung und -produktion: Jeder Schritt in den fünf Bereichen erzeugt zahlreiche Informationen, die gesammelt, verarbeitet, analysiert und weiterverwendet werden. Das ist die unglaubliche Stärke der digitalen Technologien. Einen fehlerfreien und ununterbrochenen Einsatz der Technik vorausgesetzt, werden so alle Abläufe und Prozesse vollständig automatisiert und besser aufeinander abgestimmt. Digitale Technologien optimieren die Prozessketten und steigern die Effizienz. Dadurch erschließen sich auch zahlreiche neue Wachstumsfelder, die sich durch das Wissen über den Kunden und neuen kreativen Positionierungen am Markt erschließen lassen. Sie kennen den Kunden und können anhand der zahlreichen erhobenen Daten sein Verhalten vorausbestimmen oder zumindest beeinflussen.
Eine Anpassung der Unternehmen war schon immer notwendig, doch wenn es bisher Jahrzehnte dauern durfte komprimiert sich im digitalen Zeitalter die Zeitspanne und beschleunigt sich stetig. Die Lern- und Anpassungsphasen werden immer kürzer. Damit Unternehmen auch in Zukunft Schritt halten können, müssen sie vor allem eines entwickeln: ihre Lernfähigkeit. Nur so können sie schneller aus Fehlern lernen und ihre Angebote verbessern und den Kunden zufrieden stellen. Die Probleme der Kunden erkennen und die daraus entstehenden neue Chancen erkennen ist die Basis der neuen Produkte und Angebote. Sie bildet den Vorsprung den Unternehmen brauchen, um am Markt bestehen zu können.

Wie man anfängt

Es gibt keinen Lösungsweg für den Mittelstand. Es wird so unterschiedlich sein, wie es die Unternehmen auch sind. Aber man kann anfangen an seinen Strukturen zu arbeiten und die Weichen für die Zukunft zu stellen. An vielen Stellen kann der Mittelstand von den Start-ups lernen. Start-ups sind die innovativen, schnell wachsenden Unternehmen, die neue Märkte erobern und ein rasantes Wachstum hinlegen. Sie denken aus Kundensicht und entwickeln Angebote, die das Leben einfacher machen.
Für die etablierten und erfolgreichen mittelständigen Unternehmen ist der Ausflug in die Start-up-Welt ein guter Weg, um zu lernen, wie man in Zukunft als Anbieter denken muss. Und wenn der Unternehmer den Schritt wagt, sich mit Start-ups zu beschäftigen ist er schon auf dem richtigen Weg, um über sein neues Geschäftsmodell nach zu denken.
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